
Dr. Florian Leitinger, LL.M.
Kolumne: Der Vorwurf der Vergewaltigung und seine Auswirkungen
In der aktuellen Kolumne erläutert Rechtsanwalt Dr. Florian Leitinger die ernsten Folgen falscher Vorwürfe, insbesondere im Fall einer Vergewaltigung, und betont die Bedeutung rechtlicher Verteidigung in solchen komplexen Situationen.
Der Vorwurf wiegt schwer. Er kann gravierende Folgen haben. Bei mir war ein Vater mit seinem Sohn. Dem Jugendlichen wurde von seiner Ex-Freundin vorgeworfen, dass er sie vergewaltigt hätte. Der junge Mann fiel aus allen Wolken. Seine Beziehung war in die Brüche gegangen, mit einem Strafverfahren hätte er aber nicht gerechnet.
Schwere Vorwürfe und ihre Folgen
Als er von der Polizei zur Beschuldigtenvernehmung vorgeladen wurde, war schnell klar, dass die Situation ernst und besonders unangenehm ist. Die Familie beauftragte mich, die Strafverteidigung zu übernehmen. Wir konnten den Sachverhalt gemeinsam aufklären und die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren ein.
Natürlich gibt es auch Übergriffe, etwa von Fremden, die ganz klar als unfreiwillig eingestuft werden können. Handelt es sich jedoch um Vorfälle, bei denen eine Seite behauptet, alles wäre einvernehmlich erfolgt, dann steht es Aussage gegen Aussage und das Verfahren kann komplex werden. Auch falsche Vorwürfe können folgenreich sein.
Schnelles Handeln im Ernstfall
Als Zeuge ist man gesetzlich verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Nicht immer ist Zeugen bewusst, dass das auch für polizeiliche Vernehmungen gilt. Setzt man durch seine Aussagen noch dazu einen anderen der Gefahr einer behördlichen Verfolgung aus, kann dadurch das Verbrechen der Verleumdung verwirklicht worden sein. Opfer einer Vergewaltigung sollten umgehend alle Spuren sichern, eine ärztliche Untersuchung veranlassen und Anzeige erstatten.
Ihr Rechtsanwalt Dr. Florian Leitinger
Tel.: 03172/41619
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